Steinweichsel / Felsenkirsche / Weichselkirsche

Prunus mahaleb

Beschreibung:


Die Steinweichsel / Felsenkirsche / Weichselkirsche wächst als kleiner Baum oder zeigt sich als mehrstämmiger großer Strauch. Sie wächst auf eine Höhe von sechs bis zehn Meter heran. die zarten Blütenwolken begrüßen im zeitigen Frühjahr die neue Vegetationsperiode. Im Sommer fruchtet das Gehölz mit schwarzroten Früchten, deren Form und Größe an Wildkirschen erinnern. Sie sind wegen ihres herb-bitteren Geschmacks bedingt genießbar. Die Wurzeln von (bot.) Prunus mahaleb dringen tief in den Boden ein. Natürlich verbreitet, wächst sie auf warmen, trockenen, kalkhaltigen Böschungen und Abhängen in voller Sonne und lichten Wäldern. Das Gehölz stellt wenige Ansprüche an den Boden und kommt hervorragend mit einem trocken-heißen Klima zurecht. Ihr weit verzweigtes Wurzelsystem ist perfekt, um einen Abhang zu befestigen. Gerne setzen Landschaftsbauer den Kleinbaum als Pioniergehölz in der freien Landschaft oder im Schatten großer Bäume ein. Ihre schmückenden Blüten und Früchte machen die Steinweichsel / Felsenkirsche / Weichselkirsche zu einem unkomplizierten Ziergehölz. Es findet sich häufig in Grünanlagen oder Parks. Das Gehölz stellt eine eigene Art in der Familie der Rosengewächse (Rosaceae).

Ursprünglich stammt die Steinweichsel / Felsenkirsche / Weichselkirsche aus den warm-heißen Regionen in Mittel- und Südeuropa. Ihr hoher Verbreitungsgrad erklärt sich aus ihrem anspruchslosen Wesen. Das Gehölz wächst entweder als sparrig verzweigter Baum oder als mehrstämmiger Strauch. Mit der Zeit bildet er eine breit ausladende Krone mit einer Breite von bis zu sechs Meter. Junge, einjährige Triebe sind anfangs leicht behaart. An älteren Stämmen bildet sich eine längsrissige Borke mit schmalen Feldern. Ihre eiförmigen, zugespitzten Blätter werden gewöhnlich bis zu acht Zentimeter lang. Die glatte, glänzende Oberseite ist tiefgrün, die Unterseite deutlich heller und leicht behaart. Im Herbst bleibt das Laub lange am Baum haften und fällt dann ohne prägnante Herbstfarbe zu Boden. Der hohe zierende Wert von Prunus mahaleb zeigt sich vor allem im zeitigen Frühjahr und im Sommer. Kurz vor dem Laubaustrieb im April hüllt sich das Gehölz in eine schneeweiße, duftende Blütenwolke. Vier bis zehn Einzelblüten stehen zu aufrechten Trugdolden zusammen. Hübsch anzusehen sind ihre goldgelben Staubgefäße, die sich weit über die schneeweißen Blütenblätter erheben. Für Bienen und Hummeln ist der Nektar der Blüten eine wichtige Nahrungsquelle. Bis zum Sommer reifen aus den befruchteten Blüten der Steinweichsel / Felsenkirsche / Weichselkirsche heidelbeergroße, schwarzrote Steinfrüchte. Ihre dünne Schale umhüllt ein saftiges Fruchtfleisch. Zwar sind die Früchte essbar, doch auf der Zunge entfaltete sich schnell ein herb-bitterer Geschmack. Vögel nehmen die zusätzliche Nahrungsquelle gerne an.

An einem trockenen und vollsonnigen Standort findet die Steinweichsel / Felsenkirsche / Weichselkirsche ein ideales Umfeld. Sie nimmt mit vielen Bodenqualitäten vorlieb, die trocken und gut durchlässig sind. Diese Eigenschaft macht sie zu einem idealen Pioniergehölz. Auf frischen Standorten gerät sie bei Konkurrenz ins Hintertreffen. Ein kalkhaltiger Untergrund fördert das Wachstum der kleinen Steinfrüchte. Im Winter verträgt sie Frosttemperaturen im zweistelligen Minusbereich. Die Steinweichsel / Felsenkirsche / Weichselkirsche verträgt problemlos einen starken Schnitt. Wird der Strauch zu groß, ist das zeitige Frühjahr ideal für einen radikalen Rückschnitt. Das Holz der Steinweichsel / Felsenkirsche / Weichselkirsche duftet angenehm würzig. Vor allem im 19. Jahrhundert war es begehrt bei Holzschnitzern, die daraus begehrte Spazierstöcke und Tabakpfeifen herstellten. Im gewerblichen Obstanbau dient die Unterlage einer Steinweichsel als Veredelungsgrundlage für Sauerkirschen. Im vorderen Orient ist ein Gewürz aus den gemahlenen Steinen der Steinweichsel beliebt. Es heißt Mahaleb, worauf auch der botanische Name der Art Bezug nimmt.